Franziskanisches

Meditation zum Sonnengesang – Teil 4

Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Wasser.
Sehr nützlich ist sie und demütig und kostbar und keusch.

Erst wenn man etwas verliert, wird bewusst, welchen Stellenwert es im Leben wirklich hat. Franziskus hat die Gabe, die kleinen Dinge, die doch so große Bedeutung haben, mit seinem ganzen Sein zu lieben und für sie zu danken. Für was danken wir heute? Für Erfolg? Gesundheit? Einen Menschen, der uns besucht und uns Gesellschaft leistet? Aber für Wasser? Wasser, aus dem wir größtenteils bestehen. Auf das wir täglich angewiesen sind, ohne dass wir es realisieren. Das eine ungeheure Kraft hat, um Leben zu ermöglichen, aber auch zu vernichten. Die Urflut. Die Arche Noah. Das Wasser, um das Jesus die Samariterin bittet. Und das er am Ende selbst für jeden für uns ist. Wasser, das rein wäscht.

Geschöpft aus dem Brunnen, der sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament den Blick öffnet auf eine neue Zukunft.

Gelobt seist du, mein Herr, für Bruder Feuer,
durch den du die Nacht erhellst.
Und schön ist er und fröhlich und kraftvoll und stark.

Man kann so pragmatisch und nüchtern sein, wie man will, Feuer übt eine Faszination aus. Es ist mehr als eine chemische Reaktion. In der Bibel ist im Zeichen des Feuers Gott präsent und wirksam. Der brennende Dornbusch. Die Feuersäule. Das Licht, das die Dunkelheit erleuchtet, im Weihnachts- und Ostergeheimnis. Ja, Gott zeigt seine Macht und Stärke. Aber nicht, um zu dominieren. Sondern um uns zu befreien.

Gebet vom Hl. Franz von Assisi

Allmächtiger, ewiger, gerechter und barmherziger Gott:

Verleihe uns Elenden, um deiner selbst Willen, das zu tun,

von dem wir wissen, dass du es willst.

Und immer zu wollen, was dir gefällt. Damit wir,

innerlich geläutert, erleuchtet und vom Feuer des Heiligen Geistes entflammt,

den Fußspuren deines geliebten Sohnes,

unseren Herrn Jesus Christus, folgen können.

Und allein durch deine Gnade zu dir, Allerhöchster,

zu gelangen. Denn du lebst und herrscht

in vollkommener Dreifaltigkeit und einfacher Einheit

und wirst verherrlicht als allmächtiger Gott

durch alle Ewigkeiten der Ewigkeiten.

Amen.

Freude und Nachfolge

Ich freue mich, dich zu sehen.

Wenn wir beim Wiedersehen mit anderen keine Freude mehr empfinden,   läuft irgendetwas schief im Leben. Ist die Freude nicht etwas, was das Leben lebenswert macht?

Um Christus nachzufolgen,  müssen wir nicht unbedingt Priester oder Streetworker werden. Sein wichtigstes Anliegen ist die Nächstenliebe: Das  heißt konkret, alle Menschen – auch uns selbst! – zu schätzen und dies im alltäglichen Leben sichtbar zu machen durch unser Tun.  Das ist keine Pflichterfüllung, sondern entspringt aus der Freude über Gottes Liebe zu uns.

Das ist unsere Mission,
unsere Berufung,
unser Lebenssinn.

Wir erkennen jedes Mal, dass wir auf dem rechten Pfad sind:  durch Zuneigung,  Liebe, Freude, wohltuenden Frieden oder angenehme Freiheit. In uns bei unserem Tun. Und in vielen Begegnungen.

Das bringt ein Stück mehr Gottes Himmelreich auf Erden. Denn er ist die Liebe selbst und somit auch unsere Freude, unser Frieden und unsere Freiheit, die wir leben, weitergeben und annehmen sollen.

Dies zu leben, ist in fast allen Berufungen und Berufen möglich.

Wir können uns freuen, den anderen zu sehen. Und das auch gegenseitig zeigen.

Busfahrer und Fahrgast.

Bäcker und Kunde.

Chef und seine Mitarbeiter.

Lehrer und Schüler.

Ich freue mich, dich zu sehen.

Immer dann, wenn wir dies nicht zumindest in einer leisen, unauffälligen Weise als eine Art von Frieden,  Freude, Freiheit oder Zuneigung spüren, sind wir vom Weg abgekommen und suchen wieder neu unseren Weg und Sinn. Und die Art und Weise, wie wir diesen Auftrag umsetzen können.

Aber das Leben ist doch nicht Friede, Freude, Eierkuchen! Niemand begegnet allen immer freundlich. Das ist doch nicht möglich!

Ja, es ist nicht möglich immer glücklich oder zufrieden  zu sein
und dies in jeder Begegnung weiter zu geben, aber wir sind beauftragt, es zu  versuchen und je öfter wir es versuchen, desto
mehr sind wir  auf dem rechten Pfad und folgen dem Herrn.

Jesus sagt uns, sein Joch ist leicht.

Das dürfen wir immer wieder erleben.

Zum Beispiel in der Freude, den anderen zu sehen.

 

 

nach Gedanken  von Bruder Stefan

Gespräche

Mit wem sprichst du am meisten?

Wir sprechen. Mit unseren Arbeitskollegen. Mit unserer Familie. Mit unseren Freunden.
Mit unseren Bekannten mit gemeinsamen Interessen. Mit allen, von denen wir etwas kaufen. Mit uns selbst in Gedanken.
Mit Gott.

Mit wem sprichst du am meisten, mit wem sprichst du am wenigsten? Ist dieses Verhältnis für dich richtig?
Erfüllt es dein Leben?
Wie sprichst du mit anderen? Wie begegnest du ihnen? Kannst du wirklich  (für sie) da sein? Im richtigen Moment schweigen und zuhören?

Mit wem solltest du weniger sprechen,
mit wem mehr,
mit wem freundlicher, respektvoller, vertrauensvoller oder wertschätzender?

Wen siehst du im anderen? In wessen Augen erkennst du deinen Herrn und Bruder?

 

nach  Gedanken von Bruder Stefan

Meditation zum Sonnengesang – Teil 3

Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Mond und die Sterne. Am Himmel hast du sie geformt, klar und kostbar und schön.

Früher gaben die Sterne den Seeleuten Orientierung und heute sind sie für viele ein Blick in die Vergangenheit und Zukunft unseres Universums. Sie zeigen uns, wie groß die Welt ist und dass wir uns unberechtigterweise für den Mittelpunkt halten. Je näher wir durch die Forschung dem Ursprung allen Seins kommen, desto faszinierender wird es. Und wir werden erkennen, dass wir nichts wissen, nichts als die komplexe und gleichzeitig simple Schönheit dieses Geheimnisses.

Gelobt seist du, mein Herr, für Bruder Wind, für Luft und Wolken und heiteres und jegliches Wetter, durch das du deine Geschöpfe am Leben erhältst.

Wetter scheint ein so belangloses Thema zu sein. Und doch sehen wir täglich, wenn wir nur die Augen öffnen, welchen Einfluss es auf unser Leben hat. Sonne, Niederschläge, Stürme und Katastrophen prägen unsere Existenz. Menschen und Tiere sterben oder leben aufgrund dieser Einflüsse. Und wir Menschen – wie gehen wir mit diesem System um? Wir kennen es genug, um zu wissen, welche Ausmaße egoistisches und unbedachtes Handeln haben kann. Doch Gott hat uns die Verantwortung übergeben, die Schöpfung zu bewahren. Machen wir etwas daraus!

Meditation zum Sonnengesang – Teil 2

Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,

Wer kann sie zählen? Wir sind abhängig von ihnen und aus vielerlei Weise mit ihnen verbunden und nehmen es als selbstverständlich an. Durch diese Wunder, auch wenn sie noch so klein, sind können wir deine Kreativität entdecken. Denn kann das alles Zufall sein?

besonders dem Herrn Bruder Sonne, der uns den Tag schenkt und durch den du uns leuchtest.

Durch die Lichter der Stadt können wir die Nacht zum Tag machen. Und doch leben wir durch und mit dem Licht der Sonne. Die Tage und Jahreszeiten begleiten uns durch das Leben

Und schön ist er und strahlend in großem Glanz: von dir, Höchster, ein Sinnbild.

Die Sonne ist so groß und heiß, dass wir Menschen uns das gar nicht vorstellen können. Doch sie erleuchtet nicht nur unsere Umwelt, sondern weckt auch unsere Sinne. Und wir freuen uns, wenn die Tage wieder länger und wärmer werden. Diese Freude schenkst du uns noch viel mehr durch das wahre Licht, das diejenigen erleuchtet, die an ihn glauben und nach ihm suchen.

Meditation zum Sonnengesang – Teil 1

Höchster, allmächtiger, guter Herr, dein ist das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.

Wer glaubt heute noch daran, dass es dich gibt? Wer spricht dich so an? Was verehren wir? Schauen wir noch auf das, was du uns Gutes tust? Wenn wir auf dich schauen, wirst du uns als der begegnen, der uns seinen geliebten Sohn geschenkt hat. So werden wir dich durch ihn erkennen.

Dir allein, Höchster, gebühren sie und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Staub bist du und zu Staub kehrst du zurück. Im Universum ein Nichts und trotzdem siehst du uns an und hörst unser Gebet und unsere Lieder. Denn du nimmst uns so an, wie wir sind. Ob wir uns nun groß oder klein vor dir fühlen; wir dürfen dich Vater nennen.

Die Frohe Botschaft mal anders

Man braucht nicht das Turiner Grabtuch um an Jesu Christi Existenz, Passion und Auferstehung zu glauben. Erkennt man jedoch nach Sichtung aller bisherigen Forschungsergebnisse die Echtheit des Grabtuchs, so führt es einen unweigerlich auf eine neue faszinierende Art zum Glauben an „Jesus Christus … gelitten … gekreuzigt, gestorben und begraben … auferstanden von den Toten“. Es ermutigt uns, so wie Franziskus dieses Evangelium als wortwörtlich wahrhaftig zu begreifen.

Klicken Sie auf PDF zum Turiner Grabtuch

Lesen Sie die Seiten 71 bis 75 und erfahren Sie die frohe Botschaft als Ergebnis eines hochspannenden Forschungskrimis zum Turiner Grabtuch.