Meditation zum Sonnengesang – Teil 5

Gelobt seist du, mein Herr, für unsere Schwester Mutter Erde,
die uns erhält und lenkt
und vielfältige Früchte hervorbringt, mit bunten Blumen und Kräutern.

„Die Erde liegt uns zu Füßen, denn wir stehen drauf.“ Im Supermarkt werden wir von der Vielfalt der Produkte erschlagen. Blumen werden in Pestiziden gebadet und aus fernen Ländern importiert, damit wir sie ein paar Tage auf dem Tisch stehen haben. Sind wir uns noch bewusst, was die Erde uns gibt? Was sie bedeutet? Oder treten wir sie buchstäblich mit Füßen? Ist Erntedank noch mehr als eine alte Tradition aus der Zeit, in der man noch auf dem Feld arbeitete? Die Erde ist der Grund, auf dem wir stehen. Wir haben keine andere. Du Gott, hast uns auf ihr ausgesetzt, sie uns ausgesetzt. Sie bringt das hervor, was wir zum Leben brauchen. Sie bringt uns Heilung. Und noch viel mehr, an dem wir uns erfreuen können.

Wir werden mehr – Aufnahme neuer Mitglieder

Wir freuen uns, am 17.10. 2020 in der Messe um 16.30 Uhr in der St. Franziskus-Kirche in Barmbek drei neue Mitglieder in unseren Orden aufzunehmen. Sie haben den Weg in unsere Gemeinschaft gefunden und möchten den christlichen Weg auf den Spuren des Hl. Franziskus von Assisi gehen. Möge Gott sie an diesem Tag besonders segnen!

Es wäre schön, wenn viele Menschen sie in der Tat und im Gebet begleiten…

Transitus 2020 – Gedenken des Todes und der Auferstehung des Hl. Franz

Liebe interessierte Lesende, am 3.10.2020 um 16.30 Uhr beginnt die Vorabendmesse in St. Franziskus in Barmbek. Im Anschluss findet das Gedenken zum Transitus des Hl.Franziskus statt. Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es dieses Jahr im Anschluss leider keine Agape. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Meditation zum Sonnengesang – Teil 4

Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Wasser.
Sehr nützlich ist sie und demütig und kostbar und keusch.

Erst wenn man etwas verliert, wird bewusst, welchen Stellenwert es im Leben wirklich hat. Franziskus hat die Gabe, die kleinen Dinge, die doch so große Bedeutung haben, mit seinem ganzen Sein zu lieben und für sie zu danken. Für was danken wir heute? Für Erfolg? Gesundheit? Einen Menschen, der uns besucht und uns Gesellschaft leistet? Aber für Wasser? Wasser, aus dem wir größtenteils bestehen. Auf das wir täglich angewiesen sind, ohne dass wir es realisieren. Das eine ungeheure Kraft hat, um Leben zu ermöglichen, aber auch zu vernichten. Die Urflut. Die Arche Noah. Das Wasser, um das Jesus die Samariterin bittet. Und das er am Ende selbst für jeden für uns ist. Wasser, das rein wäscht.

Geschöpft aus dem Brunnen, der sowohl im Alten wie auch im Neuen Testament den Blick öffnet auf eine neue Zukunft.

Gelobt seist du, mein Herr, für Bruder Feuer,
durch den du die Nacht erhellst.
Und schön ist er und fröhlich und kraftvoll und stark.

Man kann so pragmatisch und nüchtern sein, wie man will, Feuer übt eine Faszination aus. Es ist mehr als eine chemische Reaktion. In der Bibel ist im Zeichen des Feuers Gott präsent und wirksam. Der brennende Dornbusch. Die Feuersäule. Das Licht, das die Dunkelheit erleuchtet, im Weihnachts- und Ostergeheimnis. Ja, Gott zeigt seine Macht und Stärke. Aber nicht, um zu dominieren. Sondern um uns zu befreien.

Gebet vom Hl. Franz von Assisi

Allmächtiger, ewiger, gerechter und barmherziger Gott:

Verleihe uns Elenden, um deiner selbst Willen, das zu tun,

von dem wir wissen, dass du es willst.

Und immer zu wollen, was dir gefällt. Damit wir,

innerlich geläutert, erleuchtet und vom Feuer des Heiligen Geistes entflammt,

den Fußspuren deines geliebten Sohnes,

unseren Herrn Jesus Christus, folgen können.

Und allein durch deine Gnade zu dir, Allerhöchster,

zu gelangen. Denn du lebst und herrscht

in vollkommener Dreifaltigkeit und einfacher Einheit

und wirst verherrlicht als allmächtiger Gott

durch alle Ewigkeiten der Ewigkeiten.

Amen.

Freude und Nachfolge

Ich freue mich, dich zu sehen.

Wenn wir beim Wiedersehen mit anderen keine Freude mehr empfinden,   läuft irgendetwas schief im Leben. Ist die Freude nicht etwas, was das Leben lebenswert macht?

Um Christus nachzufolgen,  müssen wir nicht unbedingt Priester oder Streetworker werden. Sein wichtigstes Anliegen ist die Nächstenliebe: Das  heißt konkret, alle Menschen – auch uns selbst! – zu schätzen und dies im alltäglichen Leben sichtbar zu machen durch unser Tun.  Das ist keine Pflichterfüllung, sondern entspringt aus der Freude über Gottes Liebe zu uns.

Das ist unsere Mission,
unsere Berufung,
unser Lebenssinn.

Wir erkennen jedes Mal, dass wir auf dem rechten Pfad sind:  durch Zuneigung,  Liebe, Freude, wohltuenden Frieden oder angenehme Freiheit. In uns bei unserem Tun. Und in vielen Begegnungen.

Das bringt ein Stück mehr Gottes Himmelreich auf Erden. Denn er ist die Liebe selbst und somit auch unsere Freude, unser Frieden und unsere Freiheit, die wir leben, weitergeben und annehmen sollen.

Dies zu leben, ist in fast allen Berufungen und Berufen möglich.

Wir können uns freuen, den anderen zu sehen. Und das auch gegenseitig zeigen.

Busfahrer und Fahrgast.

Bäcker und Kunde.

Chef und seine Mitarbeiter.

Lehrer und Schüler.

Ich freue mich, dich zu sehen.

Immer dann, wenn wir dies nicht zumindest in einer leisen, unauffälligen Weise als eine Art von Frieden,  Freude, Freiheit oder Zuneigung spüren, sind wir vom Weg abgekommen und suchen wieder neu unseren Weg und Sinn. Und die Art und Weise, wie wir diesen Auftrag umsetzen können.

Aber das Leben ist doch nicht Friede, Freude, Eierkuchen! Niemand begegnet allen immer freundlich. Das ist doch nicht möglich!

Ja, es ist nicht möglich immer glücklich oder zufrieden  zu sein
und dies in jeder Begegnung weiter zu geben, aber wir sind beauftragt, es zu  versuchen und je öfter wir es versuchen, desto
mehr sind wir  auf dem rechten Pfad und folgen dem Herrn.

Jesus sagt uns, sein Joch ist leicht.

Das dürfen wir immer wieder erleben.

Zum Beispiel in der Freude, den anderen zu sehen.

 

 

nach Gedanken  von Bruder Stefan

Gespräche

Mit wem sprichst du am meisten?

Wir sprechen. Mit unseren Arbeitskollegen. Mit unserer Familie. Mit unseren Freunden.
Mit unseren Bekannten mit gemeinsamen Interessen. Mit allen, von denen wir etwas kaufen. Mit uns selbst in Gedanken.
Mit Gott.

Mit wem sprichst du am meisten, mit wem sprichst du am wenigsten? Ist dieses Verhältnis für dich richtig?
Erfüllt es dein Leben?
Wie sprichst du mit anderen? Wie begegnest du ihnen? Kannst du wirklich  (für sie) da sein? Im richtigen Moment schweigen und zuhören?

Mit wem solltest du weniger sprechen,
mit wem mehr,
mit wem freundlicher, respektvoller, vertrauensvoller oder wertschätzender?

Wen siehst du im anderen? In wessen Augen erkennst du deinen Herrn und Bruder?

 

nach  Gedanken von Bruder Stefan

Meditation zum Sonnengesang – Teil 3

Gelobt seist du, mein Herr, für Schwester Mond und die Sterne. Am Himmel hast du sie geformt, klar und kostbar und schön.

Früher gaben die Sterne den Seeleuten Orientierung und heute sind sie für viele ein Blick in die Vergangenheit und Zukunft unseres Universums. Sie zeigen uns, wie groß die Welt ist und dass wir uns unberechtigterweise für den Mittelpunkt halten. Je näher wir durch die Forschung dem Ursprung allen Seins kommen, desto faszinierender wird es. Und wir werden erkennen, dass wir nichts wissen, nichts als die komplexe und gleichzeitig simple Schönheit dieses Geheimnisses.

Gelobt seist du, mein Herr, für Bruder Wind, für Luft und Wolken und heiteres und jegliches Wetter, durch das du deine Geschöpfe am Leben erhältst.

Wetter scheint ein so belangloses Thema zu sein. Und doch sehen wir täglich, wenn wir nur die Augen öffnen, welchen Einfluss es auf unser Leben hat. Sonne, Niederschläge, Stürme und Katastrophen prägen unsere Existenz. Menschen und Tiere sterben oder leben aufgrund dieser Einflüsse. Und wir Menschen – wie gehen wir mit diesem System um? Wir kennen es genug, um zu wissen, welche Ausmaße egoistisches und unbedachtes Handeln haben kann. Doch Gott hat uns die Verantwortung übergeben, die Schöpfung zu bewahren. Machen wir etwas daraus!

Meditation zum Sonnengesang – Teil 2

Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,

Wer kann sie zählen? Wir sind abhängig von ihnen und aus vielerlei Weise mit ihnen verbunden und nehmen es als selbstverständlich an. Durch diese Wunder, auch wenn sie noch so klein, sind können wir deine Kreativität entdecken. Denn kann das alles Zufall sein?

besonders dem Herrn Bruder Sonne, der uns den Tag schenkt und durch den du uns leuchtest.

Durch die Lichter der Stadt können wir die Nacht zum Tag machen. Und doch leben wir durch und mit dem Licht der Sonne. Die Tage und Jahreszeiten begleiten uns durch das Leben

Und schön ist er und strahlend in großem Glanz: von dir, Höchster, ein Sinnbild.

Die Sonne ist so groß und heiß, dass wir Menschen uns das gar nicht vorstellen können. Doch sie erleuchtet nicht nur unsere Umwelt, sondern weckt auch unsere Sinne. Und wir freuen uns, wenn die Tage wieder länger und wärmer werden. Diese Freude schenkst du uns noch viel mehr durch das wahre Licht, das diejenigen erleuchtet, die an ihn glauben und nach ihm suchen.